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Adventskalender für Hund und Katze: Arten, Inhalt und Ideen

Gekauft, selbst befüllt oder gebastelt: So findest du den passenden Adventskalender für Hund und Katze. Dazu erfährst du, worauf du bei Zutaten, Menge und Kalorien achten solltest.

Mischlingshund schnuppert im Flur an selbst gebastelten Adventstüten an einer Schnur

Ein Türchen pro Tag kann auch Hund und Katze Freude machen, wenn der Inhalt passt. Hier erfährst du, welche Arten von Tier-Adventskalendern es gibt, worauf du bei Leckerlis achten solltest und wie du einen Kalender sicher selbst befüllst.

Diese Arten von Adventskalendern gibt es

Fertig gekauft

Fertige Kalender bekommst du in Zoohandlungen, Drogerien und Supermärkten. Hinter den Türchen stecken meist kleine Snacks, manchmal auch Spielzeug. Das ist bequem, du hast aber wenig Einfluss auf den Inhalt. Lies deshalb vor dem Kauf die Zutatenliste und prüfe, ob der Kalender ausdrücklich für die jeweilige Tierart gedacht ist. Ein Kalender für Hunde ist nicht automatisch auch für Katzen geeignet. Viele Produkte sind als Ergänzungsfuttermittel gekennzeichnet. Sie ersetzen also keine Mahlzeit.

Selbst befüllt

Bei dieser Variante kaufst oder nutzt du einen leeren, wiederverwendbaren Kalender, zum Beispiel mit Säckchen, Schubladen oder Boxen, und bestimmst den Inhalt selbst. Das ist besonders sinnvoll, wenn dein Tier empfindlich ist, abnehmen soll oder bestimmte Futtermittel nicht verträgt. Du kannst dann genau die Snacks nehmen, die es ohnehin gut verträgt.

DIY: komplett selbst gebastelt

Aus Papiertüten, kleinen Kartons oder Eierkartons lässt sich mit wenig Aufwand ein eigener Kalender bauen. Achte dabei auf das Material: Lose Bänder, Kordeln und Lametta haben an einem Tierkalender nichts zu suchen, und Kleinteile sollten nicht in Reichweite liegen. Lässt du die Türchen von deinem Tier selbst öffnen, bleib dabei und räume Papierreste sofort weg.

Worauf du beim Inhalt achten solltest

Zutaten: Das gehört nicht hinein

Plätzchen, Stollen und andere Süßigkeiten aus dem Menschen-Adventskalender sind für Tiere tabu. Die Bundestierärztekammer und der Zentralverband der Heimtierbranche (ZZF) warnen vor allem vor diesen Zutaten:

  • Schokolade und Kakao: Das enthaltene Theobromin wird von Hunden und Katzen nur sehr langsam abgebaut. Je dunkler die Schokolade, desto mehr Theobromin steckt darin. Für kleine Hunde ist das Risiko besonders hoch.
  • Weintrauben und Rosinen: Sie können die Nieren schädigen. Auch in Stollen und Gebäck stecken oft Rosinen.
  • Xylit (Xylitol): Der Zuckerersatzstoff kann bei Hunden einen lebensbedrohlichen Abfall des Blutzuckers auslösen.
  • Nüsse und Gewürze: Macadamianüsse, Bittermandeln, Muskatnuss und Zimt können gesundheitliche Schäden verursachen.
  • Zwiebeln und Knoblauch: Sie können Blutarmut auslösen und gehören deshalb auch nicht in selbst gebackene Snacks.
  • Gekochte Geflügelknochen: Sie splittern leicht und können innere Verletzungen verursachen.

Gut zu wissen: Der Schokoladen-Kalender der Familie ist genauso ein Risiko wie die Keksdose. Bewahre beides so auf, dass dein Tier nicht herankommt, und bitte auch Gäste, auf gut gemeinte Happen zu verzichten.

Menge: Der Kalender zählt zur Tagesration

Snacks und Kauartikel enthalten oft mehr Energie als gedacht. Der ZZF rät deshalb, auch kleine Extras zur Tagesration zu zählen. Pro Tag gibt es also nur ein Türchen, und die Hauptmahlzeit wird passend verringert. Ist das Tier schwer zu bremsen, hänge den Kalender außer Reichweite auf. Sonst kann es passieren, dass es sich gleich an mehreren Türchen bedient.

Kalorien: So rechnest du

Als Faustformel nennt die Stiftung Warentest für Hunde, dass Belohnungssnacks maximal 10 Prozent des täglichen Energiebedarfs abdecken sollten. Wer mehr gibt und dafür am Hauptfutter spart, riskiert auf Dauer einen Nährstoffmangel. Wer Snacks zusätzlich zur vollen Ration füttert, riskiert Übergewicht. Für Katzen nennen Ratgeber ähnliche Werte von 5 bis 10 Prozent.

Ein Beispiel: Eine Faustregel rechnet bei einer erwachsenen, durchschnittlich aktiven Katze mit etwa 70 Kilokalorien pro Kilogramm Körpergewicht. Bei 4 Kilogramm sind das rund 280 Kilokalorien am Tag, 10 Prozent davon wären also etwa 28 Kilokalorien. Das ist nur ein Richtwert, denn der tatsächliche Bedarf hängt von Alter, Aktivität und Gesundheit ab. Verlass dich außerdem nicht blind auf die Packung: In einem Test der Stiftung Warentest waren die Fütterungsangaben bei allen 17 geprüften Hundesnacks missverständlich, falsch oder fehlten ganz. Fehlt der Kaloriengehalt, kannst du beim Hersteller nachfragen. Deine Tierarztpraxis hilft dir beim Berechnen des Bedarfs.

Unverträglichkeiten: Lieber zweimal hinschauen

Hat dein Tier eine bekannte Futtermittelallergie oder eine Unverträglichkeit, prüfe jede einzelne Zutat. Das gilt besonders für Mischkalender, in denen sich die Sorten von Türchen zu Türchen unterscheiden. Läuft gerade eine Ausschlussdiät, sind Leckerlis ohne Absprache mit der Tierarztpraxis tabu. Laut dem Tierlabor Laboklin dauert so eine Diät mindestens zwei bis drei Monate, und schon die kleinste Menge eines anderen Futters kann sie zunichtemachen. In diesem Fall kommt nur ein Kalender mit Spielideen oder dem verordneten Diätfutter infrage. Auch bei Tieren mit Vorerkrankungen oder einem festen Ernährungsplan solltest du vorher in der Praxis nachfragen.

Ideen zum Selberbefüllen

Das Türchen muss nicht immer essbar sein. Abwechslung schont die Kalorienbilanz und macht trotzdem Spaß.

Für Hunde

  • einzelne Stücke des gewohnten Trockenfutters aus der Tagesration
  • kleine, gut verträgliche Snacks oder Kaustreifen in passender Größe
  • ein Zettel für ein Suchspiel, eine Extrarunde oder eine kurze Trainingseinheit
  • ein kleines, robustes Spielzeug, das nicht verschluckt werden kann

Für Katzen

  • einzelne Stücke des gewohnten Trockenfutters zum Suchen in der Wohnung
  • kleine Snacks aus getrocknetem Fleisch oder Fisch, die meist weniger ins Gewicht fallen als solche mit Getreide und Zucker
  • ein Zettel für eine gemeinsame Spielrunde oder eine Extraportion Streicheleinheiten
  • ein kleines Spielzeug ohne lose Fäden, Federn oder Kleinteile

Frische Lebensmittel wie gegartes, ungewürztes Fleisch ohne Knochen gehören nicht in den Kalender. Sie verderben schnell. Gib sie dem Tier lieber frisch am jeweiligen Tag.

Gewinnspiele von Zoohandlungen

Viele Zoohandlungen und Online-Shops bieten in der Adventszeit digitale Kalender mit täglichen Gewinnspielen, Rabatten oder Gratiszugaben an. Das kann Spaß machen, die Bedingungen unterscheiden sich aber von Anbieter zu Anbieter. Sieh dir daher vor der Teilnahme die Teilnahmebedingungen, das Impressum und die Datenschutzerklärung an. Seriöse Gewinnspiele sind kostenlos. Vorsicht ist geboten, wenn für einen Gewinn Geld verlangt wird oder dich ein Anruf überraschend über einen Gewinn informiert. Die Verbraucherzentrale rät in solchen Fällen zu Misstrauen und dazu, am Telefon keine persönlichen Daten preiszugeben. Achte außerdem darauf, ob du mit der Teilnahme auch in Werbung einwilligst.

Häufige Fragen

Darf mein Tier jeden Tag ein Türchen öffnen?

Ja, solange die Snacks in die Tagesration eingerechnet werden. Als Faustformel für Hunde gelten maximal 10 Prozent des täglichen Energiebedarfs, bei Katzen werden ähnliche Werte genannt. Bei Tieren mit Übergewicht oder Diät sprichst du das am besten mit deiner Tierarztpraxis ab.

Was mache ich, wenn mein Tier Schokolade oder Rosinen gefressen hat?

Melde dich umgehend bei deiner Tierarztpraxis oder dem tierärztlichen Notdienst und nenne, wenn möglich, Sorte, Menge und Zeitpunkt. Warte nicht erst auf Symptome wie Erbrechen, Durchfall, Zittern oder Apathie. Auch Giftnotzentren können bei einem Vergiftungsverdacht beraten.

Was tun, wenn meine Katze Geschenkband verschluckt hat?

Das ist ein Notfall, fahre auch schon bei Verdacht schnellstmöglich zum Tierarzt. Zieh auf keinen Fall an einem Faden, der aus Maul oder After herausschaut, denn das kann innere Verletzungen verursachen.