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Hausapotheke für Katzen: Was hinein gehört und was giftig ist

Mit einer gut sortierten Hausapotheke kannst du bei kleinen Verletzungen deiner Katze schnell Erste Hilfe leisten. Wir zeigen dir, was hinein gehört und welche Mittel für Katzen gefährlich sind, darunter Hunde-Spot-ons, Paracetamol und ätherische Öle.

Rote Tigerkatze schaut in eine offene Box mit Verbandsmaterial und Zeckenhaken

Niemand denkt gern daran, dass sich die eigene Katze verletzen oder krank werden könnte. Trotzdem lohnt es sich, darauf vorbereitet zu sein. Wenn du eine gut sortierte Hausapotheke griffbereit hast, kannst du im Ernstfall ruhig und schnell handeln. Wir zeigen dir, was hinein gehört und welche Mittel für Katzen gefährlich sind, auch wenn sie bei Hund oder Mensch harmlos sind.

Warum eine eigene Hausapotheke für deine Katze sinnvoll ist

Ein Kratzer nach einem Revierstreit, eine Zecke nach dem Freigang oder ein verstauchtes Bein nach einem missglückten Sprung: Kleine Notfälle kommen bei Katzen öfter vor, als man denkt. Dann zählt jede Minute, die du nicht mit Suchen verbringst. Bewahre die Hausapotheke deshalb an einem festen, gut erreichbaren Ort auf, für Kinder und neugierige Samtpfoten aber unzugänglich.

Katzen verstecken Schmerzen oft sehr gut und reagieren in Stresssituationen schnell abwehrend. Je besser du vorbereitet bist, desto ruhiger bleibst du. Diese Ruhe überträgt sich auch auf deine Katze.

Eine Hausapotheke ersetzt keinen Tierarzt. Sie hilft dir, die Zeit bis zur Behandlung zu überbrücken und Kleinigkeiten richtig zu versorgen.

Checkliste: Das gehört in die Hausapotheke für Katzen

Grundausstattung

  • Telefonnummer und Adresse deines Tierarztes und der nächsten Tierklinik mit Notdienst: im Handy gespeichert und zusätzlich auf einem Zettel in der Apotheke
  • Transportbox: Sie sollte sicher schließen und sich leicht öffnen lassen, am besten auch von oben.
  • Großes Handtuch: Darin kannst du deine Katze sicher einwickeln, wenn du sie untersuchst oder ihr ein Medikament gibst.
  • Einwegspritzen ohne Nadel: für flüssige Medikamente oder Wasser, wenn der Tierarzt das empfiehlt
  • Pinzette und abgerundete Verbandschere
  • Zeckenzange oder Zeckenkarte
  • Flohkamm: um das Fell auf Parasiten zu prüfen
  • Einmalhandschuhe
  • Kleine Taschenlampe: zum Ansehen von Maul, Ohren und Pfoten
  • Wärmflasche oder Decke: gegen Auskühlen, immer mit Stoff umwickelt
  • Impfpass und eine Liste mit Vorerkrankungen, Medikamenten und Gewicht deiner Katze

Für Wunden und Verletzungen

  • Sterile Kochsalzlösung: zum Ausspülen von Wunden und Augen
  • Für Tiere geeignetes Wundantiseptikum: Lass dir am besten vom Tierarzt ein Präparat empfehlen. Phenolhaltige Mittel sind für Katzen ungeeignet. Alkohol brennt stark in offenen Wunden.
  • Sterile Wundkompressen und Mullbinden
  • Selbsthaftende Bandage: Sie klebt nicht am Fell fest.
  • Polsterwatte
  • Kühlpad: nur in ein Tuch gewickelt auflegen
  • Halskragen oder Wundschutzbody: damit deine Katze nicht an Wunden oder Verbänden leckt

Für die Gesundheitskontrolle

  • Digitales Fieberthermometer mit flexibler Spitze: Bei Katzen misst man die Temperatur im After. Sie liegt normalerweise etwa zwischen 38 und 39 Grad. Hat deine Katze deutlich mehr oder weniger, ruf beim Tierarzt an.
  • Vaseline: als Gleitmittel für das Thermometer

Medikamente: nur nach Absprache mit dem Tierarzt

Katzen putzen sich ständig und schlucken dabei alles, was auf ihrem Fell oder einer Wunde landet. Deshalb gehören nur Präparate in die Apotheke, die ausdrücklich für Katzen zugelassen sind oder die dein Tierarzt empfohlen hat. Dazu können zum Beispiel diese zählen:

  • Floh- und Zeckenmittel, die ausdrücklich für Katzen zugelassen sind
  • Wurmkur passend zum Gewicht deiner Katze
  • eine katzengeeignete Wundsalbe
  • Augen- oder Ohrenreinigungslösung für Katzen
  • alle Medikamente, die deine Katze dauerhaft bekommt

Achtung, giftig: Diese Mittel haben bei Katzen nichts verloren

Die Leber von Katzen baut viele Stoffe nur sehr langsam ab. Der Grund ist ein eingeschränkter Stoffwechselweg, die sogenannte Glucuronidierung. Mittel, die Hund oder Mensch gut vertragen, können deshalb bei Katzen schon in kleinen Mengen schwere Vergiftungen auslösen.

Permethrinhaltige Spot-ons für Hunde

Permethrin steckt in vielen Zeckenmitteln für Hunde. Für Katzen ist der Wirkstoff hochgiftig. Laut dem Deutschen Tierärzteblatt der Bundestierärztekammer entstehen Vergiftungen oft, weil die Pipetten für Hunde und Katzen ähnlich aussehen und verwechselt werden. Gefährlich kann auch der enge Kontakt zu einem frisch behandelten Hund sein, zum Beispiel auf einem gemeinsamen Schlafplatz. Typische Anzeichen sind Muskelzittern, starkes Speicheln und Krampfanfälle. Wenn du so etwas bemerkst, fahr sofort zum Tierarzt. Lebst du mit Hund und Katze zusammen, bewahre die Mittel streng getrennt auf und frag in der Praxis, wie lange du die Tiere nach der Behandlung trennen solltest.

Paracetamol und Ibuprofen

Schmerzmittel aus deiner eigenen Hausapotheke sind für Katzen tabu. Paracetamol kann schon in sehr kleinen Mengen gefährlich werden: Es stört den Sauerstofftransport im Blut. Anzeichen sind zum Beispiel Atemnot oder bläuliche Schleimhäute. Auch Ibuprofen und andere Schmerzmittel für Menschen sind für Katzen giftig und können unter anderem den Magen-Darm-Trakt und die Nieren schädigen. Gib deiner Katze nie eigenmächtig ein Schmerzmittel. Bei Schmerzen bekommt sie vom Tierarzt ein passendes Präparat.

Ätherische Öle

Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist darauf hin, dass Katzen empfindlicher auf Teebaumöl reagieren als Hunde oder Menschen. Sie können die enthaltenen Terpene und Phenole kaum abbauen und nehmen das Öl beim Putzen zusätzlich über das Maul auf. Mögliche Folgen sind Schwäche, Bewegungsstörungen und Muskelzittern. Verwende deshalb keine ätherischen Öle bei deiner Katze und verzichte im Zweifel auch auf Duftlampen in ihrer Nähe.

Weitere Stoffe, bei denen du vorsichtig sein solltest

  • Desinfektionsmittel mit Phenolen
  • Salben und Cremes für Menschen, weil deine Katze sie ableckt
  • Hausmittel wie Kohletabletten, wenn der Tierarzt sie nicht empfohlen hat

Bewahre Medikamente für Menschen und für Tiere getrennt auf. Prüfe außerdem regelmäßig die Haltbarkeit der Präparate und das Ablaufdatum steriler Verbandmaterialien. Abgelaufene Mittel solltest du ersetzen.

Wann musst du mit deiner Katze zum Tierarzt?

Kleine, oberflächliche Kratzer kannst du selbst reinigen und beobachten. Zum Tierarzt solltest du zum Beispiel bei Biss- und Kratzwunden von anderen Tieren, denn sie entzünden sich bei Katzen oft. Dasselbe gilt bei starken Blutungen, Atemnot, Krämpfen und Lahmheit. Auch Fieber, wiederholtes Erbrechen und Durchfall, Futterverweigerung über längere Zeit oder der Verdacht auf eine Vergiftung gehören in die Praxis. Wenn du unsicher bist, ruf lieber einmal zu oft an.

Häufige Fragen

Darf ich meiner Katze das Zeckenmittel meines Hundes geben?

Nein. Viele Spot-ons für Hunde enthalten Permethrin oder ähnliche Wirkstoffe, die für Katzen hochgiftig sind. Verwende nur Präparate, die ausdrücklich für Katzen zugelassen sind.

Welches Schmerzmittel darf meine Katze bekommen?

Nur eines, das der Tierarzt verordnet hat. Paracetamol, Ibuprofen und andere Schmerzmittel für Menschen können bei Katzen schwere Vergiftungen auslösen.

Was tue ich, wenn meine Katze etwas Giftiges erwischt hat?

Ruf sofort deinen Tierarzt oder die nächste Tierklinik an. Bring wenn möglich die Verpackung des Mittels mit. Bring deine Katze nicht selbst zum Erbrechen.